Julas Auslandsjahr bei den Scouts of Africa

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Julas Auslandsjahr bei den Scouts of Africa

10. Januar 2020 Allgemein 0

Unsere Wölflingsleiterin Jula befindet sich zur Zeit in einem Auslandsjahr bei den Pfadfindern in Südafrika und möchte hier ihre Erfahrungen mit euch teilen:


Habt ihr euch schonmal gefragt, wie Pfadfinden wohl am anderen Ende der Welt aussieht?

Ich habe mir diese Frage oft gestellt. Von vielen Pfadfindern habe ich die verschiedensten Erzählungen über ihre Erfahrungen mit Pfadfindern im Ausland bekommen, doch das machte mich nur noch neugieriger.
Die einzig wahre Lösung für meine Neugier war also es selbst zu erleben!

Seit August 2019 bin ich nun “Vollzeit-Pfadfinder” bei den SCOUTS South Africa, am anderen Ende der Welt.
Im Rahmen des Weltwärts Freiwilligendienstes arbeite ich als Freiwillige im nationalen Büro der Pfadfinder in Kapstadt, in Südafrika und bin gleichzeitig Leiterin und Rover in den Scout Gruppen hier vor ort.

Gerade sitze ich an meinem Schreibtisch im nationalen Büro. Immer wieder klingelt das Telefon: “Good day SCOUTS South Africa Jula speaking. How can I help you?”
Oft rufen Eltern an und erkundigen sich nach einer Pfadfindergruppe für ihre Kinder.
Den Eltern erkläre ich dann, dass es in Südafrika drei verschiedene Arten von Pfadfindern gibt. Hier sind die Pfadfinder nämlich in Wasser-, Land- und Luft-Pfadfinder unterteilt. Könnt ihr euch das vorstellen? Pfadfinder, die Segeln, Wandern oder Fliegen sind hier in verschiedene Gruppen eingeteilt.

Kapstadt ist eine große Stadt direkt am Meer, sodass die Wasser-Pfadfinder segeln können. Gleichzeitig gibt es hier unglaubliche Berge, zum Beispiel den weltberühmten Tafelberg, welchen die Land-Pfadfinder hinauf wandern und dann ist da noch der wilde Wind am Kap den sich die Luft-Pfadfinder zu nutzen machen.

Natürlich geht es aber nicht immer nur ums Wandern, Fliegen und Segeln.
Jede Woche treffen sich die Kinder auch hier zur Gruppenstunde.
Ganz anders als bei uns wird hier noch viel mehr wert auf alte Traditionen gelegt.
Zum Beginn und Ende jeder Gruppenstunde tragen alle Kinder ihre Uniform, die aus Kluft, Halstuch, Shorts und Socken besteht. Es wird das Pfadfinderbanner feierlich mit dem Pfadfindergruß begrüßt und verabschiedet und es wird ein Gebet gesprochen.

Auch das Programm gestaltet sich anders als bei uns. In Südafrika bekommen die Pfadfinder Aufnäher, wenn sie bestimmte Fähigkeiten und vorgegebenes Wissen erreichen. So arbeitet jeder Pfadfinder an seiner eigenen Pfadfinderkarriere und klettert von Level zu Level bis er letztendlich das Abzeichen des Springbock Scouts erreicht.
Ein Springbock Scout muss für dieses Abzeichen zum Beispiel wandern gehen, Gruppenstunden leiten, Lagerbauten bauen, ein soziales Projekt durchführen und in den Gruppenstunden seine Fähigkeiten als Patrol Leader (Kleingruppenleiter) zeigen.

Hier in Südafrika finden fast alle Aktivitäten in Patrols statt. Diese Patrols sind Kleingruppen mit 6 bis 8 Kindern, die sich auf verschiedenen Stufen in ihrer Pfadfinderkarriere befinden. Sie lernen miteinander und voneinander und werden vom erfahrensten Pfadfinder (Patrol Leader) und seiner “Assistenz” angeleitet – ein System unseres Gründers Baden-Powell, welches hier noch angewendet wird.

Zwischen all diesen Unterschieden, hab ich aber auch ein paar Gemeinsamkeiten zwischen den südafrikanischen und deutschen Pfadfindern entdeckt:

Wir verwenden all Baden-Powells Ideen, wie “Learning by Doing” oder das Ziel der Selbstständigkeit der Kinder.
UND: Wir haben alle Spaß am Pfadfinden, schließen die unglaublichsten Freundschaften und erleben gemeinsam große Abenteuer beim Reisen, Zelten, Wandern, …

Du bist neugierig und möchtest gerne mehr über meine Zeit in Südafrika erfahren?
Schau doch mal hier vorbei.

Du machst bald dein Abitur oder schließt deine Ausbildung ab?
Was hälst du von einem Jahr mit den Pfadfindern auf einem anderen Kontinent?
Schau doch mal hier vorbei, was die DPSG so alles anbietet. Es gibt noch viel mehr zu entdecken als Südafrika!